Neuburg

Der Fliegerhorst Neuburg der Bundesluftwaffe kann wie viele andere Plätze auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Auch der Platz Neuburg wurde im Laufe des 2. Weltkriegs total zerstört und wurde in den fünfziger Jahren neu errichtet. Historische Gebäude existieren in neuburg nicht mehr.

Die Geschichte:

Die Vorarbeiten zum Bau des Fliegerhorstes Neuburg beginnen im Jahre 1935, und bereits am 10.10.1936 kann das Richtfest gefeiert werden.

Mitte November beginnt der Flugbetrieb der neu aufgestellten "Fliegerübungsstelle der Luftgaureserve Neuburg/Donau", die hauptsächlich der Ausbildung und Inübunghaltung der Reservisten der Luftwaffe dient.

Ende 1937 wird aus der Fliegerübungsstelle die "Fliegerwaffenschule E Neuburg", die Fliegerschützen, Beobachter und Funker für die Fliegerersatzabteilungen ausbildet. Diese Einheit existierte jedoch nicht lange, denn sie ging am 01.11.1938 in die neu aufgestellte Blindflugschule 2 (C) auf, die nun Besatzungen für den Blindflug schult.

Am 01.01.1939 erhält der Fliegerhorst eine eigene Fliegerhorstkommandantur.

Nach Ausbruch des Krieges verlegt die Blindflugschule nach Stargard-Klützow, da der Platz für die Winterbelegung durch die II./KG 55 benötigt wird.

Im Juli 1940 verlegt die Blindflugschule zurück, und der Ausbildungsflugbetrieb geht weiter.

Als die Ostfront im Frühjahr 1942 dringendst Transportflugzeuge benötigt, werden die für den Transport brauchbaren Flugzeuge abgegeben und die Schule im Mai 1942 wieder nach Stargard verlegt.

Nun beginnt eine rege Bautätigkeit auf dem Fliegerhorst. Zahlreiche RAD-Einheiten verlängern Startbahn sowie Rollweg und bauen den Fliegerhorst aus.

Zu diesen Arbeiten werden auch russische, dann französische Kriegsgefangene eingesetzt, die in einem Lager unmittelbar vor dem Kasernengelände untergebracht waren.

Im Sommer 1943 verlegen die ersten Staffeln der II/NJG 6, die in Neuburg aufgestellt wird, auf den Platz. In der Folge wird der Fliegerhorst zu einem nachtlandeklaren Flugplatz ausgebaut.

Nach der Verlegung der II./NJG 6 im November 1943 wird der Fliegerhorst im Frühjahr 1944 von der I./JG 301 genutzt, die von hier ihre Einsätze fliegt. Gleichzeitig soll die IV./KG 1 "H" in Neuburg von Ju 88 auf He 177 umgerüstet werden, das KG 1 "H" wird jedoch zum 31.08. aufgelöst.

Auf dem gut ausgebauten Fliegerhorst erhält die Fa. Messerschmitt mehrere Hallen zugewiesen, die für die Endmontage und Serieneinfliegerei der Me 262 genutzt werden.

Im September 1944 trifft das Personal der III./KG 54 zur Umschulung auf die Me 262 in Neuburg ein, und im November kommt die I./KG 40 hinzu. Die Umschulung auf das neue Flugzeugmuster läuft jedoch mangels Übungsflugzeugen sehr zögerlich an.

Zeitgleich laufen zahlreiche Erprobungsprogramme der DFS auf dem Fliegerhorst. Neben der Flugerprobung des Deichselschleppgeräts SG 5041 mit Ar 234 und der Fangschlepperprobung mit dem Lastensegler DFS 230 finden auf dem Platz Meß- und Erprobungsflüge der Ba 349 "Natter" mit den Versuchsmustern M 1 und M 3 statt.

Zu Beginn des Jahres 1945 macht die Umschulung auf die Me 262 weitere Fortschritte, doch nun haben die Alliierten den Fliegerhorst "entdeckt".

Am 16.02.1945 wird der Flugplatz erstmals von 21 B-24 der 15th Air Force der USAAF bombardiert. Weitere geplante Angriffe werden mehrmals verschoben bis Neuburg am 19.03. wieder auf der Zielliste steht. 125 B-24 der 8th Air Force bombardieren den Platz, wobei Teile des Fliegerhorstes und Flugzeuge beschädigt werden.

Von 191 P-51 eskortiert, greifen 364 B-24 der 15th Air Force am 21.03. den Platz an und werfen 801 Tonnen Bomben. Damit ist der Fliegerhorst fast völlig zerstört, doch, um die Zerstörung zu vollenden, bombardieren 269 B-24 der 8th Air Force am 24.03. erneut den Platz.

Doch der Flugbetrieb geht weiter. Erst nach der letzten Bombardierung durch 65 B-17 der 8th Air Force am 09.04. werden noch intakte Me 262 zur Verlegung nach Erding und München-Riem ausgeflogen.

Als sich die amerikanischen Bodentruppen Neuburg nähern, werden noch zahlreiche Flugzeuge gesprengt, so daß das 179. US-Infanterieregiment bei seinem Vormarsch am 27.04.1945 nur noch einen zerbombten Fliegerhorst und zerstörte Flugzeuge vorfindet.

 

 

Die Nachkriegsgeschichte des Fliegerhorstes ist nachfolgend tabellarisch aufgelistet.

Abbildungen und Text: Erich Liebe


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