Köln- Ostheim

Köln- Ostheim ist einer derjenigen Plätze, die schon fast aus dem "kollektiven Bewusstsein" verschwunden ist. Dass er nicht vollkommen in Vergessenheit gerät, ist Herrn Gebhard Aders zu verdanken, der Jahre 1982 im Jahrbuch "Rechtsrheinisches Köln - Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde", Band 8, eine gute Dokumentation der Geschichte des Platzes vorgelegt hat. Der Besucher von Köln- Ostheim wird jedoch bei näherem Hinsehen eine Reihe von steinernen Zeugen des Platzes wiederfinden.

Geschichte des Platzes

Obwohl zum damaligen Zeitpunkt das Rheinland noch demilitarisiert war, fanden bereits Ende 1934 erste Vorgespräche zum Bau eines Fliegerhorstes im Raum Köln statt. Anfang 1935 wurde dann durch General Kesselring der Standort Köln-Ostheim ausgewählt. Die Vorplanungen zum Bau des Platzes gingen zunächst unter Geheimhaltung und der "Deckadresse" des Deutschen Luftsportverbandes voran. Am 7. März 1936 rückte dann die Wehrmacht in den entmilitarisierten Teil des Rheinlandes ein. Im Rahmen dieser Aktion landete die III./JG 134, von Lippstadt kommend, auf dem Flugplatz Köln-Butzweilerhof.

Der Bau des Platzes Ostheim wurde nun mit Macht vorangetrieben. Bereits am 21. April 1936 begannen die Bauarbeiten auf dem zum Bau des Fliegerhorstes beschlagnahmten Gelände. Der Platz sollte bis zum 1. Oktober 1936 bezugsfertig sein. Dieser Zeitplan war jedoch nicht einzuhalten. So wurde der Fliegerhorst am 8. Juni 1937 an die Truppe übergeben. Der Fliegerhorst wurde Heimathorst der I./JG 234 - später I./JG 26 "Schlageter".

Mit Kriegsausbruch verlegte die I./JG 26 auf Einsatzhäfen westlich des Rheins. Nach Ende des Polenfeldzuges und zur Vorbereitung des Westfeldzuges wurden dann kurzfristig verschiedene Luftwaffenverbände in Ostheim stationiert. Unter diesen war auch das "Kommando Koch", das von Ostheim aus den ersten Luftlandeeinsatz der Geschichte - nämlich den Angriff auf das belgische Fort Eben Emael - durchführte.

Ein Zwischenspiel gab 1941 eine "Versuchsnachtjagdstaffel 109 Ostheim", die aber im August 1941 wieder aufgelöst wurde. In den folgenden Jahren hatte Ostheim keinen ständigen Verband. Vielmehr wurde der Platz als "Durchgangsstation" bzw. als Zwischenlandeplatz für Nachtjäger genutzt. Weiterhin gab es eine sogenannte "Frontschleuse" für fabrikneue Jagdflugzeuge. Erst im Herbst 1944, nach dem Verlust der Plätze in Frankreich, Belgien und der Niederlande wurden wieder Verbände bzw. Teilverbände in Ostheim stationiert, so die I./NSG 2 oder das NJG 2. Zum Schutz gegen alliierte Luftangriffe wurden getarnte, dislozierte Abstellbereiche im Außenbereich des Platzes eingerichtet. Ostheim wurde wiederholt Ziel von Luftangriffen, jedoch blieb der Platz im Wesentlichen einsatzfähig. Am 8. März 1945 schließlich wurde der Platz geräumt und am 13. April von amerikanischen Truppen besetzt.

Anders als die Plätze Butzweilerhof und Wahn wurde eine weitere fliegerische Nutzung von Ostheim nicht erwogen und der Platz wurde zügig "demilitarisiert", d. h. alle Flugplatzanlagen wurden zerstört. Hierbei wurden auch die Flugzeughallen im Westen des Paltzes abgerissen.

Bereits 1946 wurde das Gelände der Stadt Köln übergeben, die in den Kasernenbauten eine Krankenanstalt errichtete. Der östliche Teil des Platzes mit der Werfthalle und dem KFZ- Bereich wurde an die Arzneimittelfirma MADAUS verpachtet. Im ehemaligen Gebäude der Flugleitung richtete sich später die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein. Auf dem ehemaligen Flugfeld entstand die heutige "Konrad- Adenauer- Siedlung".

Trotz der Auflösung des Platzes können - wie eingangs erwähnt - eine Reihe von steinernen Zeugen der Platzgeschichte wiedergefunden werden. Hier möchte ich Fragmente der ehemaligen Fliegerhorstringstraße in Randbreichen der Konrad- Adenauer- Siedlung erwähnen oder die verschiedenen Gebäude der Fa. MADAUS bzw. der Krankenanstalten.

Dokumentation: Gebhard Aders

Die nachfolgende Platzskizze ist eine gute Orientierungshilfe bei einer Exkursion über das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes.

Gebäude 24 - Offizierzunterkünfte

 

Zwei Ansichten der Gebäude 23 - Staffelunterkünfte

 

Ein Detail Gebäude 23

 

Aufnahmen: Verfasser


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