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Langenhagen- Evershorst

Die zwei Leben eines Flugplatzes

 

Vorwort

Ich habe zwei Gründe, mich an dieser Stelle mit der Geschichte des Platzes Langenhagen - Evershorst zu befassen. Der erste Grund ist ein sehr persönlicher: Ich bin gebürtiger Langenhagener und bin in der Nähe des Platzes aufgewachsen. Also ist Langenhagen gewisserweise mein "Heimatplatz". Der zweite Grund liegt darin, dass der ehemalige Fliegerhorst Evershorst sehr schlecht dokumentiert ist, obwohl bis zum heutigen Tag eine ganze Reihe von steinernen Zeugen der Platzgeschichte erhalten sind und auf dem Platz durchaus auch Luftfahrt- und Luftwaffengeschichte geschrieben wurde. Grund genug also, verschüttete Geschichte freizulegen.

Die nachfolgenden Informationen sind notwendigerweise nicht vollständig. Der geneigte Leser ist aufgerufen, evtl. vorhandene zusätzliche Erkenntnisse und Informationen zur Vervollständigung dieser Webseite beizusteuern. Kontakt: fliegerhorste

 

Fliegerhorst Evershorst

Der Fliegerhorst Langenhagen - Evershorst steht im historischen Zusammenhang mit den Plätzen Wunstorf und Delmenhorst- Adelheide. Alle drei Plätze wurden Mitte der 30er Jahre angelegt als Stationierungsstandorte des Kampfgeschwaders (KG) 27 "Boelke", dessen Tradition heute durch das Jagdbombergeschwader 31 "Boelke" in Kerpen/Nörvenich fortgeführt wird. Hierbei beherbergte Langenhagen den Stab und die I. Gruppe des Geschwaders. Die II. und III.Gruppe lagen in Wunstorf und Delmenhorst.

Aufgestellt wurde das spätere KG 27 "B" in Fassberg als KG 154. Es war damit das erste Bombergeschwader der neuen Luftwaffe. Am 13.03.1936 wird die Aufteilung des Geschwaders auf die drei Gruppen sowie die Verlegung auf die vorgesehenen Stationierungshorste befohlen. Die Verlegungen verzögern sich, da die Bauarbeiten auf den Plätzen noch nicht abgeschlossen sind. So soll am 23.03.1936 als erste Maschine die Ju- 52 mit dem Kennzeichen D-AMOI in Langenhagen gelandet - und sofort bis zu den Achsen im Schlamm des neuen Rollfeldes versunken sein.

Der Bau des Fliegerhorstes Evershorst erfolgte in den Jahren 1935 und folgende. Bauleiter war ab dem 12.4.1935 Reg.-Baumeister Ernst Lincke. Die Bausumme für den Platz betrug 15 Mio Mark. Beim Bau wurde die "übliche" Geheimhaltung angeordnet. So berichtet der am Bau des Platzes beteiligte Zeitzeuge Bergmann, dass ihm nicht bekannt gewesen sei, welchem Zweck die durchzuführenden Drainagearbeiten im Gelände dienen sollten. Selbst auf einer Heereskarte (Maßstab 1 :100 000) aus dem Jahre 1939 (siehe Ausschnitt) ist der Platz nicht verzeichnet.

Abb. 1: Heereskarte von 1939

Am 28.03.1936 fand das Richtfest, am 04.04.1936 die offizielle Eröffnung des Fliegerhorstes statt, obwohl die Bauarbeiten längst nicht beendet waren. Insbesondere waren Unterkunftsgebäude noch nicht fertiggestellt und nur unzureichend möbiliert. Der genannte Zeitzeuge berichtet, dass selbst im Frühjahr 1937 in den bezugsfähigen Gebäuden eine drangvolle Enge herrschte. Die Lage entspannte sich erst im Mai 1937, nachdem alle Gebäude fertiggestellt waren. Weiterhin wurde zur Entspannung der Situation auch der Verkehrsflughafen Hannover- Vahrenheide mit benutzt. Parallel zum Aufbau der I./KG 154 fand in Langenhagen ab 1.4.1937 die Aufstellung der III./KG 257 statt. Sie wurde ausgerüstest mit Ju 86. Diese Gruppe wurde ab 1.10.1937 zur IV./KG 152 "Hindenburg". Die IV./KG 152 "Hindenburg" verlegte am 1.4.1938 von Langenhagen nach Kolberg.

Die Anlage des Platzes orientierte sich sowohl an den sachlichen Erfordernissen als auch an ästhetischen Gesichtspunkten. Um das eigentliche Flugfeld gruppierten sich zunächst halbmondförmig die flugtechnischen Anlagen: Flugzeughallen, Werft und Flugleitung. Dahinter folgten die Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäude, bis sich danach die Bereiche der Sportanlagen und der Schiessstände anschlossen. Der Zugang zum Fliegerhorst erfolgte über die Wache im Nordosten im Anschluss an die Bauernschaft Evershorst.

Der Kasernenbereich war in einen Föhrenwald hinein errichtet worden, so dass dem Besucher der Eindruck einer Parklandschaft vermittelt wurde. Die Kasernengebäude wurden als schlichte Putzbauten unter sparsamer Verwendung von Bruchstein im Bereich der Gebäudesockel sowie der Türlaibungen ausgeführt. Auffällig ist das Fehlen von sonst üblicher "Kunst am Bau". Selbst bei der Kommandantur bzw. Stabsgebäude sowie beim Offz.- Casino wurde auf die sonst vielfach anzutreffende "Herrschafftsarchitektur" verzichtet.

Die bereits beschriebenen schwierigen Bodenverhältnisse des Flugbetriebsbereiches bestanden auch in den folgenden Jahren weiter. Die zweimotorigen Bomber waren für den Untergrund einfach zu schwer. Durch die Anlage von befestigten Rollwegen wurde versucht, dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Teile der originalen Infrastruktur sind noch heute vorhanden, so die Wache, einige Unterkunftsgebäude, der KFZ- Hof sowie der Bereich des Offiziers- Casinos. Die folgende Luftaufnahme gibt eine Überblick über den Fliegerhorst. Sie führt als "Interaktive Karte" zu den einzelnen Gebäuden und stellt - wo vorhanden - Verbindungen zu historischen und aktuelllen Einzelaufnahmen der Gebäude her.

Hauptwache Offiziersunterkünfte Offz- Casino Kommandantur KFZ- Hof Unterkünfte Unterkünfte - jetzt Haftanstalt Stabsgebäude Küche/Kantine (zerstört) Unterkunft Küchenpersonal? Heizkraftwerk? Feuerwache/Bruchbergung? östlichste Halle - Nr. 6, zwischen 1951 und 1953 abgerissen Halle - Nr. 5, zwischen 1951 und 1953 abgerissen Sporthalle Flugleitung Werft (zerstört) Annahme und Versand Halle 3 Halle 7 Halle 2 Halle 1 abgestellte Tankwaggon zerstörte Staffelunterkünfte zerstörte Staffelunterkünfte San- Revier? Staffelunterkünfte - teilweise erhalten Halle 4, Standort Nowotny - Halle zwischen 1951 und 1953 abgerissen

Abb. 2: Luftaufnahme von 1943

Fotogalerie Evershorst

Abb. 3: Wache Abb. 4: Ehemalige Hauptwache

  

Abb. 5: Ehemaliges Offizier- Casino Abb. 6: Ehemalige Offizierunterkunft

Abb. 5a: 1939 - Blick vom Casino auf Offz- Unterkünfte Abb. 6a: 1939 - Ansicht des Casino

  

Abb. 7: Kommandantur ca. 1939 Abb. 8: und heute

Abb. 9: Stabsgebäude - linkes Bild mit Blick auf Hauptwache. Hinter dem Stabsgebäude sind zu erkennen der KFZ- Hof und die Kommandantur Abb. 10: Auf dem aktuellen Foto ist links die Haftanstalt zu erkennen. Der einstmals freie Blick auf die Wache etc. ist durch Baumvegetation verstellt

Abb. 11: Stabsgebäude - ca. 1939 Abb. 12: und heute

  

Abb. 13: Unterkunft - ca. 1940. Beachte die Tarnbemalung! Abb. 14: und heute

  

Abb. 16: Zu Kriegsbeginn erhielten die Gebäude des Fliegerhorstes über den üblichen beigen Anstrich einen grünen Tarnanstrich, wie auf den Aufnahmen 13 sowie 20 und 21 erkennbar. Als Farbvergleich eine Aufnahme von einem original erhaltenen Anstrich auf dem ehemaligen Fliegerhorst Gotha.

Abb. 15: Küche/Kantine - 1944 zerstört Abb. 15a: andere Ansicht

Abb. 17: Flugleitung 1939 Abb. 18: und heute

Abb. 18a: Halleninneres einer ungenannten Halle - ca. 1939 Abb. 18b: Halle 1 - 1991 - inzwischen abgerissen. Siehe auch Abb. 37

Abb. 19: Abgestellte Tankwagen am Hallenvorfeld - ca. 1937. Man beachte die Do23! Siehe auch Abb. 37 Abb. 19a: Annahme und Versand heute

Abschließend sei noch angemerkt, dass die Jahre des Aufbaus der Luftwaffe auch in Evershorst bewegte Jahre gewesen sein müssen, denn mitten in die noch nicht abgeschlossenen Bauarbeiten fielen die Aufstockung und Ausbildung der Flugzeugbesatzungen und Techniker, die in kurzen Abständen erfolgten Umrüstungen auf neue Flugzeugtypen Do23 - Ju52 - Ju86 - He111 und die Abgabe von Besatzungen undd Personal an die "Legion Condor" in Spanien sowie andere, neu aufzustellende Verbände. So erreichte nach Berichten von Zeitzeugen die I./KG 27 erst Ende 1939, Anfang 1940 - also schon im Kriege - ihre Einsatzfähigkeit.

Beim Studium der Chronik des Verbandes finden sich immer wieder die Namen von anderen bekannten Plätzen. So wurde z. B. das gesamte Geschwader vom 1. - 14. 9.1937 zwecks Mitwirkung am Reichsparteitag in Nürnberg auf die Plätze Schwäbisch Hall, Crailsheim und Illesheim verlegt.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges verließ dann die I./KG 27 den Platz Langenhagen. Zwar wurden die ersten Angriffe auf Polen noch von Langenhagen aus geflogen, kehrten die Staffeln auch nach Ende des Feldzuges am 20.09.39 nach Langenhagen zurück. Der endgültige Abschied kam dann am 15.10.39 mit der Verlegung nach Leipheim bzw. der weiteren Verlegung nach Münster- Handorf an die Westfront. Auch wenn in Quellen Langenhagen bis Juni 1940 als Stationierungsort des Stabes sowie der I./KG 27 angegeben ist, so operierten die Staffeln doch von weiter westlich gelegenen Basen.

Erste Schäden am - kaum fertig gestellten - Fliegerhorst entstanden in der Nacht vom 17. auf den 18.5.1940, als die RAF Industrieanlagen in Misburg und den Fliegerhorst bombardierte.

Abb. 20 und 21: Schäden des Angriffes vom Mai 1940 an Unterkunftsgebäuden

Nach Abzug der I./KG 27 wurde es ruhig in Evershorst. Zwar sah der Platz einige Zwischenstationierungen verschiedener Verbände (vermutlich Auffrischungen), aber lediglich die Stationierung der Ergänzungsgruppe (IV.) vom 22.12.1941 bis zum August 1942 brachte etwas vom KG 27 zurück nach Langenhagen.

Abb. 22 und 23: Oberst von Beust bei einem Appell der IV./KG 27 im Jahre 1942. An Hand der linken Aufnahme (Blick auf die Flugleitung) lässt sich der Appellplatz einwandfrei zuordnen: vor der östlichsten Halle des Platzes, der Halle 6. Zwischen Flugleitung und Antreteplatz die Halle 5

Im Rahmen der Dislozierung der deutschen Flugzeugindustrie begann die Firma Focke- Wulff in Langenhagen Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten aufzubauen. Bemerkenswert ist hierbei die Entwicklung des hölzernen Höhenjägers TA 154. Von dieser Maschine existieren eine ganze Reihe von veröffentlichten Fotos wie die abgebildete Aufnahme. Nur wenige lassen sich jedoch so einwandfrei Langenhagen zuordnen wie die nachfolgenden.

Abb. 24: TA 154: Die Aufnahme ist wahrscheinlich im Bereich der "Halle 3" entstanden. Die Maschine verdeckt Werft und Flugleitung

Abb. 25: TA 154: Auch diese Aufnahme ist vermutlich im Bereich "Halle 3" entstanden.

Langenhagen war auch der "Geburtsort" für den bekannten Jäger Fw 190 D, der am 17.5.1944 in Langenhagen entwickelt wurde und hier seinen Erstflug hatte.

Abb. 26: Fw 190 D in Langenhagen. Der exakte Aufnahmeort kann nicht bestimmt werden.

Abb. 26a: Walter Nowotny bei einem Besuch der Focke- Wulff- Fertigung in Langenhagen. Der exakte Aufnahmeort kann exakt bestimmt werden. Links ausserhalb des Bildes: Halle 3, im Hintergrund Annahme und Versand, dann anschließend Halle 7

Das Ende für den Fliegerhorst kam durch die großen Luftangriffe im Spätsommer 1944. Nachdem die USAF den Platz erstmals am 7.4. mit 48 Bombern angegriffen hatte, folgten am 5.8 und am 24.8.1944 zwei schwere Angriffe mit 43 und 72 Bombern, bei dem größere Teile der Platz- Infrastruktur zerstört wurden. Erhalten blieben Teile des Kasernenbereiches, das gesamte Ensemble des Offiziers- Casinos samt Offiziersunterkünften sowie mehrere Flugzeughallen. Eine von den Hallen, die Halle 3, diente später als erstes Abfertigungsgebäude des späteren Verkehrsflughafens. Die Zerstörungen lassen sich sehr gut auf der nachfolgenden Nachkriegsaufnahme nachvollziehen. Die Halle 3 ist bereits zum Empfangsgebäude ausgebaut. Ganz links im Bild die ebenfalls erhaltene Halle 1. Links und rechts der Halle 3 die abgeräumten Flächen der zerstörten Hallen 7 sowie der Werft. Hierbei ist interessant zu wissen, dass Anbauten der Werft erhalten blieben und noch viele Jahre als Büro etc. genutzt wurden. Hinter Halle 3 schräg links zwischen Bäumen zwei erhaltene Unterkunftsgebäude. Davon ist heute nur noch das rechte erhalten. Rechts hinter der Halle das Gebäude "Annahme und Versand" sowie ganz rechts im Bild die ehemalige Flugleitung. Noch sind nicht alle Bombentrichter gefüllt. Die unzerstörten Unterkunftsgebäude liegen rechts außerhalb des Bereichs der Aufnahme. Unterkunftsgebäude in mittleren Bereich sowie die Küche sind nicht mehr vorhanden. Die ebenfalls zerstörten Sportplätze und Schießstände sind im Hintergrund nur ansatzweise zu erkennen. Heute ist dieser Bereich durch die Nord- Startbahn überbaut.

Abb. 27: Startbahnsystem 1953

Die letzte bekannte fliegerische Nutzung des Platzes ist die Stationierung der Flugzeugführerschule B21 vom Juni bis September 1944. Der Krieg endete in Langenhagen am 10.4.1945, als Langenhagen - und damit der Fliegerhorst - durch amerikanische Truppen ohne Widerstand eingenommen wurde.

Zusammen mit der Errichtung des Fliegerhorstes wurden - verteilt auf das Gemeindegebiet - eine Reihe von Familienwohnungen für die Bediensteten und verheirateten Soldaten errichtet. Erhalten - und weitgehend unbeachtet - sind unter anderen bis heute die Wohnungen an der Everhorster Strasse (Kommandeursvillen) und im Bereich Reuterdamm/Dünnenriede in Langenhagen. Die Letzteren wurden in zwei Bauabschnitten 1936 und 1940 errichtet.

Abb. 28 - 31: oben: Kommandeursvillen - unten: Mietwohnungen - erbaut 1936/1940

 

Flughafen Hannover- Langenhagen

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden die noch benutzbaren Kasernengebäude von kanadischen Einheiten belegt. Der eigentliche Flugbetriebsbereich fand keine Nutzung. 1935 enteignete Bauern konnten nun die Flächen des Flugbetriebsbereiches - soweit sie nicht betoniert waren - zur landwirtschaftlichen Nutzung zurückpachten. Die Ruinen von Hallen wurden zum Abbruch freigegeben.

Bereits Anfang 1949 entstanden in Hannover Pläne für die Wiederaufnahme des zivilen Flugbetriebes. Bei der Betrachtung des ehemaligen Verkehrsflughafens Vahrenheide wurde klar, dass dieser nicht mehr ausbaufähig war und Investitionen in den Wiederaufbau des Platzes nicht lohnten. Nach der Betrachtung von Standortalternativen fiel schließlich die Entscheidung, den ehemaligen Fliegerhorst Evershorst als neuen Verkehrsflughafen auszubauen. Hierbei muß erwähnt werden, dass bereits während es Krieges erste Überlegungen zu einer Folgenutzung des Fliegerhorstes für die Zivilluftfahrt angestellt wurden. Im Juli 1951 billigte die britische Besatzungsmacht die Flughafenpläne und noch im selben Jahr begann unter Leitung des späteren Prof. Dr. Piper der Bau der heutigen Süd- Startbahn (1.680 m) mit einem Zurollweg zum Abfertigungsbereich. Als erstes Abfertigungsgebäude wurde die noch erhaltene Halle 3 des Fliegerhorstes umgebaut und auch mit einem Tower versehen. Die ebenfalls erhalten gebliebene Halle 1 am äußersten westlichen Teil des ehemaligen Fliegerhorstes diente als erster "Werftbereich" sowie später der "General Aviation". Der Verkehrsflughafen wurde am 26.04.1952 eröffnet. Damit begann das "2. Leben" von Langenhagen - Evershorst.

Abb.32 - 33: Halle 3 vor und nach dem Umbau

In den ersten Jahren des Flughafens waren noch deutliche bauliche Relikte des ehemaligen Fliegerhorstes auf dem Gelände sichtbar. So kann man auf der Aufnahme der ersten Luftfahrtschau im Jahre 1958 noch deutlich die befestigten Rollbahnen/Abstellflächen erkennen, die der Werfthalle sowie den östlich gelegenen Hallen vorgebaut waren.

Abb. 34 : Luftfahrtschau 1958

Abb. 35 - 36 : Bescheidene Anfänge - In der Passagierabfertigung und im Tower

In den folgenden Jahren wuchs der Flughafen stetig und im Zuge dieses Wachstums verschwanden langsam auch diese Relikte. Sie wurden überbaut z. B. durch das neue Passagierterminal. In den 60er Jahren wurde dann im Norden des Platzes die zweite, die "Nordbahn", aufgebaut. Hierbei sollte erwähnt werden, dass der östliche Teil der Startbahn den Bereich der Sportanlagen und der Schießstände der Fliegerhorstkaserne überbaute.

Abb. 37: Ansicht 1968. Deutlich ist links die zweite aus der Vorkriegszeit erhaltene Halle, Halle 1, sowie rechts - unmittelbar am Rollweg - das inzwischen abgerissene ehemalige Unterkunftsgebäude zu sehen. Die Abfertigungsbereiche und Parkplätze sind weit in das ehemalige Hallenvorfeld des Fliegerhorstes hineingebaut. Oberhalb Halle3: Treibstoff wird noch immer per Waggon über die ehemalige Anschlußbahn des Fliegerhorstes angeliefert. Deutlich sind die Zurollwege zur Nord- Bahn erkennbar.

Abb. 38: Ansicht 1973 - ein weiterer Abfertigungsbereich ist hinzugekommen

Die Entwicklung des Flughafens Hannover- Langenhagen ist noch immer nicht abgeschlossen. Es muß jedoch einer anderen Seite vorbehalten bleiben, hier einen Abriss der verschiedenen Entwicklungsphasen zu geben. Weitere Informationen findet man auch auf der Webseite des Flughafens

Die Kaserne selber ging nach Ende der Besatzungszeit an die Bundeswehr über. Als "Boelke- Kaserne" beherbergte sie bis Anfang der 90er Jahre eine Heeres- Flugabwehr- Einheit. Nach deren Auflösung wurde die Kaserne zunächst als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Einen Nachklang dazu liefert heute noch ein eingezäunter, als Abschiebehaftanstalt genutzter, Bereich. Die restlichen Gebäude bilden im Wesentlichen den >Businesspark Nord< im Eigentum der Flughafen- Gesellschaft. Dort sind eine Reihe von luftfahrtorientierten Firmen ansässig geworden. Die ehemalige Kommandantur jedoch beherbergt heute eine Montesori- Schule.

Der traditionsreiche "Boelke"- Gedenkstein wurde nach Schließung der Kaserne in Luftfahrtmuseum in Laatzen gebracht. Dort findet noch alljährlich eine Boelke- Gedenkfeier mit Kranzniederlegung statt.

Quellen:

Traditionsgemeinschaft Boelke: Boelkechronik, Teil 2

Flughafen Hannover: Sonderschriften "20 Jahre Flughafen Hannover", "40 Jahre Flughafen Hannover" und "1949 fing alles an".

Fotos:

Traditionsgemeinschaft Boelke: 5a, 6a, 13, 18a, 19, 22 - 23

Stadtarchiv Langenhagen: 2

Flughafen Hannover: 27, 32 - 38

Archiv Michael Klages: 3, 7, 9, 11, 17, 20 - 21

Archiv David Ellis: 25, 26a

"Flugzeugprofile" - Heft 25 "TA 154": 24 und 26

Eigene Aufnahmen/eigenes Archiv Verfasser: 1, 15 sowie sämtliche Farbaufnahmen

Credits: Mein besonderer Dank gilt Michael Klages sowie dem Flughafen Hannover für Ihre Unterstützung

   


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