Schwerin- Görries

Der ehemalige Fliegerhorst Schwerin - Görries kann auf eine lange Luftfahrtgeschichte zurückblicken um so bedauerlicher ist sein heutiger, von Verfall gekennzeichneter Zustand. Die Gründung des Platzes erfolgte bereits 1912. Ein Jahr darauf siedelte Anthony Fokker seine Flugzeugwerke in Görries an. Hier wurden vor und während des ersten Weltkrieges die bekannt gewordenen Fokker- Jagdflugzeuge gebaut. Es entstanden ca. 2000 Flugzeuge. Das Werk beschäftigte zeitweise 1200 Mitarbeiter. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges kam auch das Aus für den Flugzeugbau in Deutschland. Anthony Fokker verließ 1919 Deutschland um in den Niederlanden neu zu beginnen. Als "Startkapital" nahm er 200 Flugzeuge und 400 Motoren mit. In den Folgejahren wurde es eher ruhig in Görries, bis in den dreißiger Jahren die Luftwaffe den Platz übernahm und ausbaute. So war der Platz vor dem Kriege die Heimat StukaG 162 "Immelmann". Nach dem Krieg erfolgte keine fliegerische Nutzung mehr. Das Gelände wurde aufgeteilt und zwar sowohl in einen militärisch (bis 1993 sowjetische Kaserne, zuletzt FlaRakRgt 896). als auch einen zivil genutzten Bereich (Industrieansiedlung).

Ein Vergleich der nachfolgenden Luftaufnahme (Abb. 1) mit der in "Ries/Dierich: Fliegerhorste" enthaltenen Skizze zeigt deutlich die Zerstückelung des Geländes:

Unterhalb des Sees befinden sich zunächst die Unterkunfts- und Stabsgebäude des Fliegerhorstes, daran schließen sich südlich die Flugzeughallen und die Flugleitung an. Der eigentliche Flugbetriebsbereich ist bereits durch Industrie- und Gewerbeflächen überbaut. Die deutlich erkennbare Schnellstraße führt über ehemaliges Fliegerhorstgelände. Nachfolgend einige Impressionen des ehemaligen Platzes:

 

Abb. 2: Panorama von Flugleitung und Flugzeughalle

Abb. 3: Gesamtansicht der Flugleitung samt Feuerwache

Abb. 3a: Blick auf die Flugleitung aus einem anderen Winkel

 

Abb. 4: Flugzeughalle

 

 

Abb. 5 und 6: Kasernengebäude und Lager (Annahme und Versand)

Quelle: 

Fotos 1, 5, 6 :VBK 86

Fotos 2, 3, 3a, 4: Frank Baumgaertner


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